VapoMeter vs. Tewameter – Praxisvergleich

Offene Kammer oder geschlossene Kammer – welches Messprinzip passt besser zu Ihrem Workflow? Der Delfin VapoMeter und das Tewameter von Courage+Khazaka sind beide wissenschaftlich validiert und ISO-zertifiziert. Dennoch unterscheiden sie sich in entscheidenden Punkten. Dieser Beitrag zeigt, wann welches Gerät die bessere Wahl ist.

Das Messprinzip – wo liegt der physikalische Unterschied?

Beide Geräte messen den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) in g/m²/h – also die Menge Wasser, die passiv durch die Epidermis verdunstet. Der Unterschied liegt im Messprinzip:

Offene Kammer – Tewameter (Courage+Khazaka)

Das Tewameter arbeitet nach dem offenen Kammerverfahren: Zwei Sensorpaare messen kontinuierlich den Wasserdampfgradienten in einer oben offenen Messkammer. Aus dem Gradienten wird der TEWL-Wert in Echtzeit berechnet. Dieses Verfahren ist seit den 1980er Jahren etabliert und gilt in vielen Publikationen als Referenzmethode.

Der Nachteil: Die offene Kammer reagiert empfindlich auf Umgebungsluftströmungen. Zugluft, Klimaanlagen oder Bewegungen des Probanden können die Messung beeinflussen. Für stationäre Labors mit kontrollierten Bedingungen ist das handhabbar – für mobile Messungen oder schlecht klimatisierte Räume ein reales Problem.

Geschlossene Kammer – Delfin VapoMeter

Der VapoMeter arbeitet nach dem geschlossenen Kammerverfahren: Eine abgeschlossene Messkammer wird auf die Hautoberfläche aufgesetzt. Der Anstieg der relativen Luftfeuchtigkeit in der Kammer wird über wenige Sekunden gemessen und daraus der TEWL-Wert berechnet.

Da die Kammer geschlossen ist, hat Umgebungsluft keinen Einfluss auf die Messung. Das macht den VapoMeter deutlich robuster für mobile Einsätze, Feldmessungen und In-vitro-Setups, bei denen Luftströmungen nicht vollständig kontrollierbar sind.

Wichtig zu wissen: Beide Messprinzipien liefern bei korrekter Anwendung vergleichbare Ergebnisse. Eine Validierungsstudie von De Paepe et al. (Skin Research & Technology, 2005) zeigte eine hohe Übereinstimmung der TEWL-Werte beider Geräte an menschlicher Haut in vivo.

Vollständiger Vergleich auf einen Blick

PropertyDelfin VapoMeterTewameter TM 300/Hex
MessprinzipGeschlossene KammerOffene Kammer
Airflow-Einfluss✅ Unabhängig⚠️ Empfindlich
MesszeitWenige Sekundenab 20 Sekunden
Echtzeit-MessungEinzelmessung✅ Kontinuierlich
Portabilität✅ Vollständig kabellos⚠️ Kabelgebunden
In-vitro-Eignung✅ Ja✅ Ja (Tewitro-Sonde)
Mehrkanal-Messung⚠️ Einzelsonde✅ Bis zu 30 Kanäle (Hex)
Klimakontrolle nötigNoEmpfohlen
ISO 13485✅ Zertifiziert✅ Zertifiziert
Preis-Leistung✅ GünstigerHochpreissegment

In-vitro-Eignung: Wer schlägt sich besser im Franz-Zell-Setup?

For In-vitro-Permeationstests (IVPT) mit Franz-Diffusionszellen ist die Airflow-Unabhängigkeit besonders relevant: Labors sind selten perfekt klimatisiert, und Hautmembranen auf Franz-Zellen sind klein und empfindlich. Jede Luftströmung kann das offene Kammerverfahren stören.

  • VapoMeter: Durch das geschlossene Kammerverfahren ideal für In-vitro-Setups – misst zuverlässig auch ohne klimakontrollierte Umgebung
  • Tewameter: Mit der speziellen Tewitro-Sonde für In-vitro-Messungen geeignet – erfordert aber eine sorgfältige Kontrolle der Umgebungsbedingungen

Praxistipp: Wenn Sie TEWL-Messungen im IVPT-Kontext durchführen, empfehlen wir den VapoMeter – geringerer Aufwand bei der Umgebungskontrolle, schnellere Einzelmessungen bei größeren Probenzahlen. Mehr dazu in unserem Beitrag: TEWL messen in IVPT – Hautbarriere in vitro prüfen →

Wann ist Mehrkanal-Messung entscheidend?

Ein echter Vorteil des Tewameters – speziell des Tewameter TM Hex – ist die Möglichkeit zur simultanen Mehrkanal-Messung mit bis zu 30 Sensorpaaren. Das ist relevant für:

  • Großangelegte klinische Studien mit vielen Messpunkten pro Proband
  • Zeitkritische Messungen, bei denen mehrere Körperstellen gleichzeitig erfasst werden müssen
  • Produktionstests mit hohem Probendurchsatz

Der VapoMeter ist eine Einzelsonde — für die meisten Laboranwendungen und kleinere Studien vollkommen ausreichend, für sehr hohen simultanen Durchsatz aber weniger geeignet.

Welches Gerät passt zu welchem Einsatz?

Delfin VapoMeter empfiehlt sich für:

  • Mobile Messungen und Feldstudien
  • In-vitro-Permeationstests (IVPT)
  • Labors ohne vollständige Klimakontrolle
  • Schnelle Einzelmessungen bei mittlerem Durchsatz
  • Kosteneffiziente Neuanschaffung
  • Kombination mit MoistureMeter für vollständiges Hautprofil

Tewameter empfiehlt sich für:

  • Stationäre Labors mit kontrollierter Klimatisierung
  • Großangelegte klinische Studien mit Mehrkanalsetup
  • Institutionen mit bestehender C+K-Infrastruktur
  • Studien, die Kompatibilität zu historischen Tewameter-Daten benötigen
  • Simultane Messung vieler Körperstellen

Fazit

VapoMeter und Tewameter sind beide valide Instrumente zur TEWL-Messung – sie unterscheiden sich nicht in der Qualität, sondern im Einsatzszenario. Der VapoMeter gewinnt überall dort, wo Portabilität, Airflow-Unabhängigkeit und einfache Handhabung wichtig sind. Das Tewameter punktet bei simultaner Mehrkanal-Messung und in Institutionen mit bestehender C+K-Infrastruktur.

Für die meisten Laboranwendungen, IVPT-Setups und mobilen Einsätze ist der Delfin VapoMeter die funktional überlegene und kostengünstigere Wahl. Wenn Sie mehr erfahren oder ein Angebot anfragen möchten, sprechen Sie uns an.

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